Äpfel: Roter Herbstkalvill

Synonyme
Calville Rouge d'Automne, Braunroter Himbeerapfel, Brautapfel, Edelkönig, Fässleapfel, Französischer Herbstkalvill, Fürstenblut, Jungfernapfel, Roter Kardinal, Roter Paradiesapfel, Erdbeerapfel, Himbeerapfel
Häufigkeit
2
weitere Merkmale
großes, weit offenes Kernhaus (Hartmann/Fritz)
Fruchteigenschaften, außen
mittelgroß bis groß, ungleichmäßig hoch gebaut, fünf Kanten, Kelchgrube flach, gerippt, Kelch halb offen, Stiel mittellang, Stielgrube eng, tief, berostet, Schale dünn,.glatt, mit zunehmender Reife fettig,bis sehr fettig, Deckfarbe flächig dunkelrot, sonnenseits schwarzrot, druckempfindlich, Kernhaus offen mit rasselnden Kernen
Fruchteigenschaften, innen
Fruchtfleisch weißlich, zum Teil rötlich marmoriert, locker, süß-säuerlich, Himbeeraroma
Erntereife Beginn
ab Mitte September
Haltbarkeit Ende
Dezember
Reifeverhalten, Ernte, Lager
durchpflücken
Verwendung
Frischverzehr, Dörrobst, Wirtschaftssorte, Tafelobst, Dörrobst
Ertragsverhalten
spät einsetzend, sehr unregelmäßig, gering
Großklima
bis in raue windige Lagen ohne Qualitätsverlust, Höhenlagen
Bodenverhältnisse
tiefgründig, warm
Krankheiten, Schädlinge
in Höhenlagen fast krankheitsfrei, stark anfällig für Apfelwickler und Blutlaus, je nach Lage u.U. Schorf, Mehltau, Fruchtfäule, Obstbaumkrebs, Feuerbrand
Blühverhalten
lange anhaltend, unempfindlich
Blütezeit
mittelspät
Wuchsverhalten
stark-mittelstark
Anbauform, Schnitt, Pflege
extensiv
Ursprung, Züchter, Verbreitung
vor 1617 Auvergne / Frankreich, in Deutschland vor 1857

Merkmale

Fruchtform-Typ
so breit wie hoch
Grundfarbe-Typ
grün-gelbgrün
Deckfarben-Anteil Typ
roter Apfel
Reifezeit Typ
Herbstapfel
Fruchtgröße Typ
groß, mittelgroß
Deckfarben-Form Typ
flächig

Literatur

  1. Mühl, Franz : Alte und neue Apfelsorten , Obst- und Gartenbauverlag, München 2004
  2. Mühl. Franz: Alte und neue Apfelsorten, Obst- und Gartenbauverlag München 2007
  3. Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung Bayern: Apfel- und Birnensorten Europas, Obst- und Gartenbau-Verlag, München 2007
  4. Lucas, Friedrich: Die wertvollsten Tafeläpfel, Ulmer-Verlag 1893
  5. Hartmann, Walter / Fritz, Eckart: Farbatlas Alte Obstsorten, Ulmer-Verlag, Stuttgart 2008
  6. Hartmann, Walter: Farbatlas alte Obstsorten 2003
  7. Bernkopf, Siegfried; Keppel, Herbert; Nowak, Rudolf: Neue alte Obstsorten - Äpfel und Birnen, Österreichischer Agrarverlag, Wien 1991
  8. Berghuis, S: Niederländischer Obstgarten - Erster Theille - Äpfel, Boskooper Verein zur Bestimmung und Veredlung der Obstsorten, Boskoop 1868
  9. Obstatlas der Russischen Kolonie Alexandrowka in Potsdam - Ein pomologischer Führer 2012
  10. Stoll, Rudolf: Östereichisch-Ungarische Pomologie, Selbstverlag, Klosterneuburg / Wien 1888
  11. Bartha-Pichler / Brunner / Gersbach / Zuber: Rosenapfel und Goldparmäne, AT Verlag 2005

Diskussion

Rolf M.am 29.09.2016 um 17:02
Interessanter, spezieller Geschmack nach Himbeeren. Reife Früchte sind nicht vom Baum zu ernten, sonder vom Boden aufzulesen (sehr windanfällig). Im Sortengarten des Bergischen Streuobstwiesenvereins in Remscheid haben wir einen Herbstkalvill-Hochstamm stehen, der schon eine beachtliche Größe erreicht hat und trotzdem kaum Ertrag bringt: bei dieser (uralten) Sorte braucht man halt viel Geduld.